Zevalin
Zevalin: Non-Hodgkin-Lymphome im Kreuzfeuer
Ein weiteres Medikament, das eine Vorreiterrolle einnimmt, ist Zevalin zur Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL). NHL gehören zu den bösartigen Tumoren des lymphatischen Gewebes und treten unter anderem im Knochenmark, in den Lymphknoten und in der Milz auf. Betroffen sind ebenfalls meist ältere Menschen.
Zevalin ist das erste sogenannte Radioimmuntherapeutikum auf dem europäischen Markt. Es besteht aus einem Antikörper und dem Radionuklid Yttrium-90. Während der Antikörper wie eine Haftmine auf der Oberfläche einer Krebszelle sitzt und diese zur Selbstzerstörung treibt, zerfällt Yttrium-90 und setzt dabei energiereiche Betastrahlung frei. Mit der gezielten Radioimmuntherapie wird mit einem Minimum an Gesamtstrahlenbelastung für den Patienten ein Maximum an Zerstörung der Lymphomzellen erreicht. Durch den sogenannten Kreuzfeuer-Effekt der Yttrium-90-Strahlung können auch Lymphomzellen zerstört werden, die im Innern des Tumors liegen und mit herkömmlichen Krebstherapien schwer zu erreichen sind.
Dieses Ergebnis wurde durch eine vergleichende Studie belegt. Sie zeigte, dass die Gesamtansprechrate unter Zevalin signifikant höher ist als unter der Monotherapie mit einem Antikörper.
Drei langfristige Studien zeigen außerdem, dass Zevalin Krankheitszeichen verschwinden lassen kann. Teilnehmer der Studien waren Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem B-Zell-NHL, die auf die Behandlung mit dem Radioimmuntherapeutikum ansprachen.

