Nierenzellkarzinom
Das Nierenzellkarzinom ist die am häufigsten vorkommende Nierenkrebsform bei Erwachsenen und verursacht 85 Prozent aller Nierenkrebse.
Weltweit wird bei 208.000 Menschen diese Krebsart diagnostiziert und 102.000 sterben jedes Jahr daran. In Österreich gibt es ca. 1100 neue Fälle pro Jahr; vielen kann durch eine Operation geholfen werden. Ca. 440 Patienten jährlich sterben am Nierenzellkarzinom.
Trotz großer Fortschritte, den Wachstumsmechanismus vieler verschiedener Tumorarten zu verstehen, ist der Nierenkrebs noch nicht vollständig erforscht. Ein Nierenzellkarzinom wird gewöhnlich zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr diagnostiziert. Zum Zeitpunkt der Diagnose hat der Krebs häufig schon Metastasen gebildet; nicht selten in von der Niere weit entfernt liegenden Regionen des Körpers. Für Patienten, bei denen das Nierenzellkarzinom im Frühstadium diagnostiziert wird, liegt die 5-jährige Überlebensrate zwischen 70 und 85 Prozent. Im späteren Krankheitsstadium, wenn der Krebs schon Metastasen gebildet hat, liegt die 5-jährige Überlebensrate zwischen 15 und 18 Prozent.
Die Behandlung des Nierenzellkarzinoms
Die Behandlung des Nierenzellkarzinoms hängt ab von:
- der Schwere des Krebses
- und der Gesamtverfassung des Patienten (allgemeiner Gesundheitszustand)
Die erste Therapie gegen Nierenkrebs ist in der Regel ein chirurgischer Eingriff, der nur effizient ist, wenn das gesamte Krebsgeschwür entfernt wird.
Auch Bestrahlung wird eingesetzt, wenn sich der Krebs außerhalb der Niere verbreitet hat. Bei ansonsten gesunden, jüngeren Patienten wird auch eine Immunotherapie (z.B. Interleukin-2) eingesetzt.
Obwohl Nierenkrebs gegenüber Chemotherapie weitgehend resistent ist, wird sie in wenigen Fällen als Behandlungsmöglichkeit empfohlen. Seit kurzem gibt es noch eine weitere Behandlungsmöglichkeit: Ein neuartiger Wirkstoff hemmt sowohl Tumorwachstum als auch Angiogenese (= Versorgung des Tumors mit Blut). Dies sind wichtige Voraussetzungen für das Krebswachstum.

