Leberzellkarzinom
Leberzellkarzinom oder hepatozelluläres Karzinom (HCC)
Das hepatozelluläre Karzinom (Leberzellkarzinom) ist die häufigste Form von Leberkrebs und macht bei Erwachsenen etwa 90 Prozent der primären bösartigen Lebertumoren aus. Es ist weltweit die sechsthäufigste Krebsart und die dritthäufigste Ursache der durch Krebs ausgelösten Todesfälle. Über 600.000 neue Fälle werden weltweit jedes Jahr diagnostiziert (davon 54.000 in Europa, 19.000 in den USA sowie ca. 390.000 in China, Korea und Japan) und die Inzidenz ist weiter steigend. Die derzeitige Fünf-Jahres-Überlebensrate für Leberkrebs-Patienten liegt in Europa unter 8%. In Österreich wird bei rund 930 PatientInnen pro Jahr Leberkrebs diagnostiziert; ca. 780 sterben jährlich daran (Quelle: Statistik Austria).
Mögliche Ursachen
Ein Leberzellkarzinom entsteht innerhalb Europas in den meisten Fällen auf Grundlage einer bereits vorhandenen Leberzirrhose. In Afrika und Asien ist dagegen oft eine Hepatitis-B-Erkrankung der Auslöser. Es gibt darüber hinaus diverse Faktoren, die die Entstehung eines Leberzellkarzinoms begünstigen. Hierzu gehören diverse Virusinfektionen, jahrelanger und übermäßiger Alkoholkonsum, Adipositas (Fettsucht), Diabetes mellitus, genetische und berufliche Faktoren. Berufliche Risikogruppen sind zum Beispiel Ärzte oder/und andere Angehörige der Heilberufe, die häufig mit Blut und Ausscheidungen von PatientInnen in Kontakt kommen und dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko von Hepatitis B und C ausgesetzt sind. Für Hepatitis B gibt es eine Schutzimpfung, die für jene Berufsgruppen besonders empfehlenswert ist.
Späte Symptome und erste Warnsignale
Symptome sind bei einer Erkrankung am Leberzellkarzinom erst relativ spät zu erkennen. Typisch sind bei fortgeschrittener Erkrankung Schmerzen am rechten Oberbauch. In einigen gravierenden Fällen ist der Tumor dann bereits auch ertastbar.
Frühe Warnsignale können ein unerklärlicher Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, ein Völlegefühl trotz kleiner Portion nach dem Essen, ein gelblich-grünlicher Teint und zeitweise auftretendes Fieber sein.
Behandlungsmethoden
Die Behandlungsmethoden für das Leberzellkarzinom hängen vom Stadium der Erkrankung und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Eine operative Entfernung des Tumors sowie eine Lebertransplantation – sofern der Patient dafür in Frage kommt - sind die einzigen Möglichkeiten, um Leberkrebs vollständig auszuheilen – vorausgesetzt, der Krebs wurde früh entdeckt. Wenn bereits Metastasen vorhanden sind, ist die Behandlung schwieriger. Eine Möglichkeit sind komplexe systemische Therapien, die sowohl Krebszellen als auch das Gefäßsystem des Tumors angreifen. Bayer Schering Pharma hat im Oktober 2007 die Zulassung für einen Wirkstoff dieser Art zur Behandlung von Patienten mit Leberzellkarzinom durch die Europäische Kommission erhalten.

